Das ganze Leben in einem Buch, oder: mein Bullet Journal

Es ist Anfang März, ein kalter Wind pfeift um die Ecke, und ich komme frühmorgens frisch durchgepustet von draußen, weil ich gerade meine Tochter in die Schule gebracht habe. Ab jetzt startet meine Schreibzeit – mit einer großen Tasse Tee setze ich mich an den Schreibtisch, ich mache mir gemütliches Licht an, und dann geht‘s los.

Das heißt – gleich geht‘s los. Ich muss vorher gaaanz kurz bei Instagram reinschauen. Nur über den Browser, das geht ganz fix. Und kurz auf die Seite der SZ, man muss ja nachrichtentechnisch auf dem Laufenden bleiben, und … herrje. Aber ich bin mittlerweile sehr viel effizienter und kontrollierter geworden, und nach zehn Minuten, höchstens fünfzehn (*hust*) bin ich fertig und bereit zum Loslegen.

Doch ehe ich euch zeige, wie ich mit meinen Geschichten – aktuell an der neuen Zimt-Staffel – starte, mache ich erst noch etwas anderes: Ich schreibe in mein Bullet Journal.

Denn bevor ich versuche, meine fiktiven Welten zu sortieren, muss ich zuerst mal mein eigenes Leben organisiert bekommen. Denn ich bin zwar Autorin, aber eben auch Mutter, Partnerin, Tochter, Schwester, Freundin, alles gleichzeitig. Und der beste Weg für mich, mein Leben in Ordnung zu halten, ist das Führen eines klassischen Bullet Journals.

In meinem Beitrag erfährst du:

  1. Was genau ist eigentlich ein Bullet Journal?
  2. Was plane ich in meinem Bullet Journal?
  3. Beispiele & Inspiration für Bullet Journals
  4. Fünf Tipps für dich, wenn du mit einem Bullet Journal starten möchtest

1. Was genau ist eigentlich ein Bullet Journal?

Ein Bullet Journal ist ein selbst gestaltetes Notizbuch, das man sowohl als Kalender als auch als To-Do-Liste verwendet. Ein Hilfsmittel, um das eigene Leben sehr viel besser organisieren und reflektieren zu können. Sehr praktisch sind punktkarierte Notizbücher, die kann man am flexibelsten nutzen, im Schreibwarenladen oder im Internet gibt es eine riesige Auswahl. Ich habe derzeit dieses mit etwas dickerem Papier, werde aber bei meinem nächsten wieder auf die Standardvariante gehen. Die normale Papierstärke reicht für mich völlig aus.

2. Was plane ich in meinem Bullet Journal?

Ich nutzte mein Bullet Journal komplett minimalistisch, ohne Aufkleber, Zeichnungen ohne tolle Schnörkel oder Handlettering-Kunstwerke. Es muss schnell gehen bei mir, und nur so funktioniert es auch für mich. Aber ich bewundere natürlich sehr, wenn andere kleine Kunstwerke aus ihren Büchern machen!

Bei der Organisation halte ich mich sehr eng an die Vorschläge von Bullet-Journal-Erfinder Ryder Carroll, das klappt bei mir am besten. Sein tolles und sehr ausführliches Buch dazu kann ich dir nur empfehlen.

Die Bullet-Journal-Methode von Ryder Carroll ist ein ganz tolles Buch – für Bullet Journal Neulinge oder Profis

Die einzelnen Listen, die man in seinem Bullet Journal anlegt, nennt man nach diesem Prinzip „Sammlungen“. Folgende Sammlungen findet man in meinem Bullet Journal:

  • Future Log (die Jahresplanung ein paar Monate voraus)
  • Monthly Log (die Planung für den aktuellen Monat)
  • Weekly Log (die aktuelle Wochenplanung)
  • Daily Log (und die Tagesplanung)

(Ja, ich liebe Listen, was soll ich sagen … zu meiner Verteidigung: alles, was da nicht drauf ist, ist auch nicht in meinem Kopf)

Zusätzlich habe ich noch ganz persönliche Listen angelegt, die sich für mich als sehr nützlich erwiesen haben:

  • Quartalsmäßige Vorausplanung in allen Lebensbereichen
  • Kurze Monatsrückblicke
  • Planung Instagram / Website / Online-Notizbuch / Newsletter
  • Geschenkideen für Familie & Freunde
  • Ausflugsideen
  • To do’s für einzelne Projekte (z.B. Erstellung meiner Website)
  • Urlaubsplanung

Aber nicht nur Listen schreibe ich in mein Journal, sondern – einfach alles, was aus meinem Kopf und aufs Papier muss.

„Liebes-Tagebuch“-Einträge kommen genau so hinein wie schnelle Ideen für das aktuelle Kapitel, an dem ich gerade arbeite, Gesprächsnotizen während eines Telefonats oder Ideen für die Adventskalender meiner Familie. Also ein Buch für alle Lebensbereiche.

So sieht ein Weekly Log bei mir aus – links ein selbstgemachter Kalender, rechts die Aufgaben für die Woche

Ein Bullet Journal reicht für mich für etwa 3-4 Monate, danach ist es voll und ich fange ein Neues an.

3. Beispiele & Inspiration für Bullet Journals

Natürlich gibt es im Internet unzählige tolle Beiträge dazu, sogar ganze Blogs, die sich nur um das eine Thema Bullet Journal drehen. 

Diese finde ich zum Beispiel sehr schön:

Die beiden Mädels Lea & Theresa haben unter www.punktkariert.de eine ganze Website voller Blogartikel über Bullet Journaling. Ideen, Anleitungen, Starthilfe, alles dabei. Sehr, sehr schön!

Meine liebe Autorenkollegin Julia K. Stein hat ja sowieso einen ganz tollen Blog, und unter anderem auch einen Artikel über das Bullet Journaling für Leser*innen geschrieben:

Ideen fürs Lesesjournal oder Bullet Journal für Bücher – mit 17 Beispielen

Und der Blog des Bullet Journal-Erfinders Ryder Carrolls Seite ist auch sehr zu empfehlen, allerdings sind die Beiträge auf Englisch:

Und natürlich kannst du dich in deinem Bullet Journal künstlerisch komplett austoben. Bei Pinterest gibt es Inspiration ohne Ende …

4. Fünf Tipps für dich, wenn du ein Bullet Journal starten möchtest

Und zum Schluss noch ein paar ganz persönliche Tipps von mir, wenn du darüber nachdenkst, mit einem Bullet Journal anzufangen:

1. Zeige es niemandem!

Dein Bullet Journal gehört dir – und geht niemanden etwas an. Nur wenn du weißt, dass dein Journal ein ganz privater Ort ist, kannst du es auch perfekt für dich nutzen, ohne beim Schreiben schon bewusst oder unbewusst zu zensieren, weil jemand anderes deine Einträge sehen könnte

2. Es muss nicht schön sein!

Lass dich nicht von den tollen Fotos auf Instagram oder Pinterest beeinflussen – dein Bullet Journal muss nicht schön sein, um für dich zu funktionieren. Es soll dir eine Erleichterung im Leben sein und keinen Stress verursachen. Alles ist erlaubt, nichts muss – und nur du entscheidest, was hineinkommt und was nicht.

3. Kein Druck!

Schön, wenn du regelmäßig dein Journal führst. Und wenn es mal nicht klappt? Auch egal. Dann machst du es eben wieder am nächsten Tag, oder am übernächsten. Bei mir ist es tatsächlich oft so, dass ich bis Mittwoch oder Donnerstag recht genau plane, und dann den Rest der Woche nur noch wenig. Am Sonntagabend bin ich dann wieder dabei und plane entspannt meine neue Woche. 

4. Starte zum Jahresanfang mit einem neuen Bullet Journal

Egal, wie viel Platz am Jahresende in deinem Bullet Journal noch ist – fange zum neuen Jahr ein neues an. Das ist eine gute Gelegenheit, ein bisschen aufzuräumen – auf dem Papier und im Kopf.

5. Blicke kurz zurück – und sei freundlich zu dir

Überlege dir, wann du kleine Rückblicke machen willst – jeden Monat, alle drei Monate, am Jahresende? Blättere dann dein Bullet Journal durch und notiere auf einer neuen Liste, was alles schön war, was du erlebt hast, und Dinge, die dich glücklich gemacht haben. Darauf freue ich mich immer ganz besonders, und ich blättere öfter zu diesen Seiten zurück, um nichts zu vergessen.

So, und nach meinem Eintrag in mein Bullet Journal beginnt nun endlich auch meine Schreibzeit am Schreibtisch. Ich klappe das Buch zu, nehme einen Schluck Tee und fühle mich gut organisiert. Und was ich noch nicht geschafft habe, zu erledigen, habe ich wenigstens aufgeschrieben. So kann ich unbeschwert starten und in meine aktuelle Geschichten abtauchen, in mein aktuelles Dokument auf dem Computer oder in eines meiner Notizbücher. (Von meinen Notizbüchern für meine Geschichten erzähle ich an dieser Stelle bald mehr.)

Erzähl mir doch gerne, hast du auch schon ein Bullet Journal? Wie nutzt du es? Oder organisierst du dich ganz anders?

2 Kommentare zu „Das ganze Leben in einem Buch, oder: mein Bullet Journal“

  1. Was für ein toller Bericht über das Bullet Journal! Ich habe im Januar mit einem angefangen und meines ist ziemlich bunt. 😊 Ich werde auch mit den Monatsrückblicke anfangen, ich finde das eine sehr schöne Idee.

    1. Ein buntes Bullet Journal hört sich doch ganz toll an! Wer weiß, vielleicht wird meines auch mal ein bisschen farbenfroher … ich teste da immer mal ein bisschen. Und wie schön, dass du auch mal einen Monatsrückblick machst – ich finde, so vergisst man viel weniger von dem, was man erlebt hat 🙂

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